Erbach. Das Handwerk wieder mehr in den Vordergrund rücken, das ist ein Ziel der neuen Landesregierung. Dies ist auch nach außen sichtbar. Das Wirtschaftsministerium trägt neben dem Tourismus auch das Handwerk im Namen. Der zuständige Staatssekretär Thomas Dörflinger aus Biberach war jüngst in Erbach zu Gast, um sich mit Vertretern aus Handwerk und Mittelstand über die aktuelle Lage in der Wirtschaft auszutauschen. Eingeladen hatte der CDU-Kreisverband zu einem Handwerkervesper im Autohaus Knöpfle im Erbacher Industriegebiet.
Dörflinger begann seinen Impuls mit der Feststellung, dass die Ausbildungszahlen im Handwerk ansteigen. „Junge Leute fragen wieder mehr nach dem Sinn von Arbeit und stellen dabei fest, dass man dies gerade im Handwerk findet.“ Die Landesregierung begrüße diese Entwicklung und werde mit der Erhöhung der Meisterprämie von 1.500 auf 3.000 Euro die Anreize, ins Handwerk zu gehen, fördern. „Wir fördern damit gezielt Menschen, die Verantwortung übernehmen. Dafür stellen wir jetzt im Haushalt 2027 trotz knapper Kassenlage Mittel ein. Das ist eine klare Prioritätensetzung für die Wirtschaft“, so der Staatssekretär. Auch die berufliche Ausbildung mit attraktiven Bildungsstätten wolle man stärken.
Zentraler Punkt im Koalitionsvertrag zur Entlastung von Handwerk und Mittelstand ist der Bürokratieabbau. Mit dem Effizienzgesetz sollen landesrechtliche Berichts-, Aufbewahrungs- und Dokumentationspflichten zum Jahresende 2027 auslaufen. „Dieses Gesetz ist ein echter Befreiungsschlag für unsere Wirtschaft.“ Ein ähnliches Ziel habe das geplante Anti-Goldplating-Gesetz, das verhindern soll, dass die Landesregierung Verordnungen der EU und des Bundes noch verschärft.
In der Diskussion mit den Vertretern aus Handwerk und Mittelstand kamen Fragen zur Energieversorgung, zu den Klimazielen, aber auch zur Frage des geplanten Stellenabbaus und zur Verwaltungsreform. „Wir haben als CDU-Ministerien sämtliche Beauftragtenposten abgeschafft. Die Aufgaben übernehmen nun die entsprechenden Hausspitzen. In den kommenden Jahren werden fünf Prozent der Stellen in der Kernverwaltung des Landes abgebaut. Dies betrifft auch die Landesanstalten. Diesen Arbeitsauftrag aus dem Koalitionsvertrag werden wir in den kommenden Jahren konsequent umsetzen“, so Staatssekretär Dörflinger abschließend.

Empfehlen Sie uns!